Die Geburt der Lindenterrasse – aus dem Geiste der Revolution

Nicht selten hängt die Geschichte von Zufällen ab. Historische Gegebenheiten entwickeln sich hin und wieder unvorhersehbar. Zum Beispiel, weil plötzlich etwas „dazwischen“ kommt oder sich zwei Handlungslinien ereignishaft kreuzen. Wie bei unserer wundervollen Lindenterrasse.

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Den wohl schönsten Blick auf die Elbe bietet unsere Lindenterrasse

Wäre Nikolaus Paridom Burmester, der Gastronomie-Pionier an der Elbchaussee Nr. 401, nicht Zuckerbäcker und Zündelmeister in Personalunion gewesen, wir hätten vielleicht niemals unter dem Blätterdach der Linden unsere Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirten können. Durch die Explosion seiner selbstgebauten Böllerkanone, die er stets zur Begrüßung vorbeiziehender Schiffe zündete, fand Burmester einen tragischen Tod.

Fast zeitgleich betrat in Nienstedten der Erbauer der Lindenterrasse den Schauplatz der Geschichte. In den Wirren der Französischen Revolution war der Hugenotte Daniel Louis Jacques in die „offene Stadt“ Altona geflohen. Hamburgs schöne Schwester galt zu seiner Zeit auch als ein geistliches Zentrum der Hugenotten. Er heiratete 1791 die Witwe Burmester, legte als gelernter Landschaftsgärtner noch im selben Jahr die Lindenterrasse an und servierte seinen Gästen fortan Wein und kleine Speisen. Die Schönheit der Anlage beeinflusst bis heute stark die Parkkultur der Hamburger Villen in Elbnähe.

Etwas mehr als hundert Jahre später wird der Ruhm der Terrasse begründet. Auf Einladung von Alfred Lichtwark, dem Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle, bezieht Max Liebermann 1902 ein Zimmer im Jacob und verewigt die einzigartige Stimmung unserer Außenplätze mehrmals in Öl. Eine Version hängt heute in der Wohnhalle des Hotels, eine andere ist in der Hamburger Kunsthalle zu bewundern. Die natürliche, ruhige Stimmung der Bilder ist heute noch auf der Original-Terrasse fassbar und immer wieder überwältigend – besonders wenn zum Lunch oder zum Kaffee die großen Pötte an der schönsten Terrasse der Stadt vorbeiziehen.

Die Schiffe ziehen vorbei und man kann den Blick nicht lösen, ganz großes Kino