Malheimat Hamburg 1902, für zwei Sommermonate – es gibt schlimmere Orte zum Leben.

Im Jahr 1902 zieht der Impressionist Max Liebermann ins Jacob ein. Auf Einladung von Alfred Lichtwark, dem Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle. Er soll Motive der Hansestadt malen, das schönste findet er direkt vor seiner Zimmertür. Die Lindenterrasse. Das Lichtspiel unter den Bäumen, die Elbe, die Stimmung. Er malt. Mehrere Werke entstehen.

Darunter die weltberühmte Terrasse im Restaurant Jacob. Das Ölgemälde wird aufgrund seiner atmosphärischen Wirkung als ein Höhepunkt des deutschen Impressionismus angesehen. Dieses Bild hängt allerdings in der Hamburger Kunsthalle.

Aber wir haben auch eins. Blickrichtung elbabwärts, ebenfalls in Öl. Auch der Titel zum Verwechseln ähnlich: Elbblick – Terrasse an der Elbe, Restaurant Jacob. Lange gilt dieses Bild als verschollen. Plötzlich taucht es wieder auf. Die Familie Rahe kann es 1995 erwerben. Heute ziert es die Wand in der Wohnhalle des Hotels. Weitere Zeichnungen des Berliner Künstlers sind im Liebermannzimmer zu sehen.