Die Geschichte des Jacob ist um eine weitere Geschichte reicher

Die Otto Speckter Lithographie des „Heidelberger Club“

In seinen nahezu 230 Jahren hat das Hotel Louis C. Jacob schon so einiges erlebt: viele, viele Gäste, viele Pächter und viele Mitglieder der Jacob-Familie, die hier groß geworden sind. Unzählige Geschichten, die das Haus erzählen könnte. Und so war das Treffen, welches am 2. Mai 2019 im Biedermeierzimmer des Hotels an der Elbchaussee stattfand, auch in der Tat eine Art Familientreffen der ganz besonderen Art.

Otto Speckter Treffen

Anlass war die Schenkung einer Lithographie des Malers Otto Speckter aus dem Jahre 1847. Diese zeigt neben anderen den Prokurator Dr. jur. Dietrich Eckmeyer in der Runde des „Heidelberger Club“. Dieser wurde 1830 in Hamburg von Absolventen gegründet, die ihre Studienjahre zuvor in Heidelberg verbracht hatten. Zur „Aufrechterhaltung des freundschaftlichen Verkehrs“ trafen sich die Herren ab 1831 einmal monatlich im Jacob. Ein Treffen im Jahr 1847 hielt der Zeichner und Radierer Otto Speckter fest. Zu sehen sind darauf unter anderem die späteren Hamburger Bürgermeister Carl Friedrich Petersen und Gustav Heinrich Kirchenpauer auf der Lindenterrasse.

Jürgen Eckmeyer, Urenkel des verewigten Prokurators Dr. jur. Dietrich Eckmeyer, wurde durch einen Zeitungsartikel inspiriert, das Bild eines Tages wieder an den Ort zurückbringen, wo es entstanden war: „Glück unter den Linden“, so die Überschrift des Artikels, den seine Mutter aus einer Münchner Zeitung ausgeschnitten hatte und der eine dem Speckter-Werk nahezu identische Perspektive zeigte. Jacob Direktorin Judith Fuchs-Eckhoff vertiefte sich nach der Kontaktaufnahme hocherfreut in die Geschichte des Hauses, entdeckte viel Neues, stieß auf fantastische Fotos aus den 50er Jahren und unzählige Geschichten rund um das Haus. Und so nahm sie die bevorstehende Bildübergabe zum Anlass, weitere prägende Personen aus der langen Geschichte des Hauses ins Biedermeierzimmer zu bitten.

Otto Speckter Schenkung

Und so kam eine illustre Kaffeegesellschaft zusammen: der großzügige Spender Jürgen Eckmeyer und seine Familie aus München. Frau Dr. Margrit-Felsch, die letzte Besitzerin des Hotels aus der Jacob-Familie, die das Haus auch mit einer gewissen Wehmut betrachtete. Der erste Pächter des Hotel Louis C. Jacob, Carsten Nibbes, der tatsächlich im Jacob aufwuchs und in dessen ehemaligem Kinderzimmer heute die Buchhaltung des Hotels zu finden ist. Jürgen Wendt, Enkel von Irma Jacob, dem von Max Liebermann auf seinem in der Hamburger Kunsthalle ausgestellten Werk „Restaurant Jacob in Nienstedten“ verewigten Mädchen; er erinnerte sich daran, wie seine Großmutter noch im hohen Alter vom „ewigen Stillsitzen“ bei Liebermann erzählte. Heribert Diehl, in erster Ehe verheiratet mit Rita Jacob († 2009), Schweter von Dr. Margrit Felsch-Jacob. Sowie Wera Rahe, Ehefrau von Horst Rahe, Geschäftsführender Gesellschafter der DSR, der heutigen Betreibergesellschaft des Hotel Louis C. Jacob.

Otto Speckter Werk

 

Die hoteleigene, über 500 Werke umfassende Kunstsammlung ist nun um ein weiteres historisches Schmuckstück reicher: „Die Lithographie hängt ab sofort neben der Tür zur Lindenterrasse“, freut sich Judith Fuchs-Eckhoff über die Schenkung. „Das Treffen glich einem Treffen unter Freunden, ganz im Sinne des Heidelberger Clubs“, resümiert Judith Fuchs-Eckhoff. „Es war auch ein Treffen zur Aufrechterhaltung des freundschaftlichen Verkehrs – und vor allem der Historie eines wirklich außergewöhnlichen Hauses, dem Jacob.“

Sehr gefreut hat sich Judith Fuchs-Eckhoff auch über einen überraschenden Besucher zwei Tage nach dem Treffen: die Urenkelin von Otto Speckter hatte in der Zeitung von dem Treffen im Jacob gelesen und wollte gerne einmal das Bild ihres Urgroßvaters betrachten.