Vom „Dill“ zum „Kleinen Jacob“ – die Geschichte der Weinwirtschaft

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört. Ähnliches muss Horst Rahe gedacht haben, als er in den frühen 90er Jahren nicht nur das Jacob, sondern zudem das Ensemble auf der elbabgewandten, trockenen Seite der Elbchaussee erwirbt. Seine Vision: ein Luxushotel der ganz besonderen Art, das die beiden Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit einbezieht.

Außenansicht Kleines Jacob
Außenansicht Kleines Jacob

Die Weinwirtschaft Kleines Jacob hat schon einige Jahrzehnte heitere Geschichte(n) erlebt

Bis dato residieren dort das ruhmreiche Landhaus Dill und das bei den Einheimischen beliebte Holthusen. Aber eins nach dem anderen. Schnitt. Wir drehen das Rad der Geschichte um fast zweihundert Jahre zurück und schreiben das Jahr 1807. Ein gewisser Christian Ludwig Pieper kauft das Haus auf der Gegenseite des Jacob und erhält vom dänischen König die Konzession zum Vertrieb von Backwaren, Branntwein und Bier. Der Sohn des Gründervaters holt 1871 den Bäckermeister Christian Heinrich Dill mit ins Boot. Gemeinsam führen die beiden Männer eine angesehene Gastwirtschaft. Besonders die köstlichen Sirup- und Herrenkringel aus der Backstube sorgen für Furore. Der Betrieb geht 1906 in den Familienbesitz der Dills über und erhält so seinen Namen.

Zeitsprung. Siebzig Jahre später: Ein Österreicher betritt die Bühne. Volkmar Preis pachtet das altehrwürdige Haus und etabliert dort eine Gastronomie von Rang. Er lockt seinen Landsmann Josef Viehhauser nach Hamburg. Ein echter Clou, denn der aufstrebende Küchenchef sorgt mit einer ambitionierten Speisekarte sofort dafür, dass die Küche des Jacob gehörig Konkurrenz bekommt. Die Nienstedtener geben dem Haus dementsprechend den Ehrentitel Kleines Jacob. Nach kurzer Zeit zieht Viehhauser weiter und gründet das Le Canard. In den Neunzigern einigt sich Volkmar Preis mit der Familie Rahe über einen Verkauf der Immobilie und eröffnet sein Dill neu an der Elbchaussee 94. Das alte Landhaus wird zur Heimat der gemütlichen Weinwirtschaft Kleines Jacob, im Holthusen werden Zimmer und Suiten untergebracht. Ende gut, alles gut. Denn auf die urig-rustikale Weinwirtschaft Kleines Jacob möchte in Hamburg wohl niemand jemals wieder verzichten.

Weitere Infos finden Sie hier: www.kleines-jacob.de