Welcome to Hamburg!

Die Hotellerie öffnet Grenzen und führt Menschen manchmal an zuvor unbekannte Orte. Wir möchten Ihnen hier drei Mitarbeiter im Louis C. Jacob vorstellen, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind und in Hamburg ihre derzeitige Heimat gefunden haben.

Welcome to Hamburg!
Carmen Meyer, Melina Georgouli und Frederick Emden arbeiten in der Jacob Familie.

Carmen Meyer aus Südafrika

In 14.561 Kilometern Entfernung zum Louis C. Jacob wurde Carmen Meyer am 28. März 1991 in Pietermaritzburg in der Nähe von Durban, Südafrika, geboren. Dass Sie einmal Ihre Hotelfachausbildung an der Hamburger Elbchaussee absolvieren würde, ahnte wohl damals noch niemand. Carmen Meyers Familie ist deutschstämmig, aber beide Elternteile wurden bereits in Südafrika geboren, da ihre Großeltern aus Deutschland ausgewandert waren.

Die heute 23-jährige wuchs in Südafrika in einem deutschen Dorf auf und ging auf eine deutsche Schule. Ihr Vater arbeitet dort als Farmer, ihre Mutter hat ein Einrichtungsgeschäft. „Ich wollte nach der Schule etwas Neues erleben und habe mich bewusst gegen ein Studium in Südafrika entschieden. Ich war einfach gespannt auf das Land, in dem meine Großeltern aufgewachsen sind.“ Von der DEHOGA Hamburg wurden ihr sechs Hotels empfohlen und die Entscheidung fiel schnell auf das Jacob. Mittlerweile ist Frau Meyer nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung Hausdamenassistentin im Jacob und findet dennoch immer noch einige deutsche Angewohnheiten etwas seltsam: „In Südafrika ist Spinat beim Volksstamm der Zulu eine Hauptspeise. Dass die Deutschen Spinat beispielsweise mit Spiegelei zusammen essen, fand ich zu Beginn doch etwas merkwürdig. Auch die Tatsache, dass man im Bus klingeln muss, damit dieser an der Haltestelle anhält, war für mich gewöhnungsbedürftig.“

In Südafrika fahren deutlich weniger Busse und diese halten an jeder Haltestelle. Carmen Meyer vermisst in Deutschland die offene Art der Südafrikaner: „Die Deutschen sind sehr höflich und zurückhaltend. In Südafrika wird man sofort angesprochen und in ein Gespräch verwickelt.“

Frederick Emden aus Chile

Der 1989 in Santiago de Chile geborene Frederick Emden hat eine spannende Familiengeschichte aufzuweisen: Sein Urgroßvater war Max James Emden, der Sprössling einer seit dem 18. Jahrhundert in Hamburg ansässigen Kaufmannsfamilie. Mit seinen zahlreichen Kaufhäusern auf dem Kontinent (wie beispielsweise dem KaDeWe in Berlin) zählte Max Emden nach dem Ersten Weltkrieg zu den wohlhabendsten Hanseaten. Der Kunstsammler und Kaufmann flüchtete auf Grund seiner jüdischen Herkunft und seiner Enteignung im Zweiten Weltkrieg auf die Brissago Inseln im Lago Maggiore und erlag dort 1940 einem Herzinfarkt. Sein 1911 in Hamburg geborener Sohn Hans-Erich Emden floh nach Chile, um sich in Südamerika ein neues Leben aufzubauen. Dort lebt heute noch Hans-Erichs Sohn Juan Carlos Emden – der Vater des Jacob-Azubis Frederick Emden. Der 25-jährige wurde spanisch erzogen, zu Hause wurden aber auch Deutsch und Französisch gesprochen und er besuchte die Schweizer Schule. Nach einem kurzen Studienausflug in die Welt der Politikwissenschaft ließ sich Frederick Emden von seinem Schwager für die Hotelfachausbildung begeistern. Seine Schwester lebt in Hamburg und so arbeitete er für ein halbes Jahr als Aushilfe im Jacob, bevor er hier seine Ausbildung begann.

Frederick Emden mag die deutsche Küche, aber er vermisst die südamerikanische Sonne und seine Familie. Einmal im Jahr fliegt er in die alte Heimat, seine Eltern kommen ihn und seine Schwester von Zeit zu Zeit in Norddeutschland besuchen.

Melina Georgouli aus Griechenland

In Melina Georgoulis Brust schlagen zwei Herzen: Ihre Mutter ist Deutsche und so wurde die 20-jährige auch in Berlin geboren. Ihr Vater ist Grieche und in seinem Heimatland verbrachte sie einen Großteil ihres bisherigen Lebens.

Ihre Eltern lernten sich beim Studium in Stuttgart kennen und 1994 erblickte Melina das Licht der Welt. Der Arbeit wegen musste ihr Vater kurz darauf nach Griechenland zurück und ihre Mutter folgte ihm wenig später. In der Stadt Ionnina, die eine Dreiviertelstunde vom Meer entfernt im Nordwesten Griechenlands liegt, wuchs Melina Georgouli auf und ging in die griechische Schule. Mit ihrer Mutter sprechen sie und ihr jüngerer Bruder deutsch, mit dem Rest der Familie griechisch.

Nach dem Abitur war Frau Georgouli für ein Jahr in Neuseeland mit dem Programm Work & Travel unterwegs, um ihr Englisch zu verbessern. Schon als kleines Mädchen wusste sie, dass sie in Deutschland studieren möchte und so auch die Heimat ihrer Mutter näher kennen zu lernen. Die Mutter riet ihr zu einer Hotelfachausbildung, die Freunde empfohlen das Jacob und so startete im Februar 2014 ihre Ausbildung.

In Deutschland vermisst sie die griechische Sonne und die Herzlichkeit und Lockerheit ihres Heimatlandes. „Hier ist alles sehr korrekt und verlässlich – das hat sicherlich seine Vorteile. Aber manchmal fehlt mir das griechische Chaos schon ein bisschen“, schmunzelt die angehende Hotelfachfrau. „Auch der ironische Humor der Deutschen ist nicht immer auf Anhieb einfach zu verstehen – ich mache hier aber Fortschritte.“